Kloster Cazis

 

Über uns // Unsere Spiritualität

Die dominikanische Spiritualität ist geprägt von der Barmherzigkeit Gottes.

 

Bild Peter Mathis

Das Leben des hl. Dominikus war geprägt vom Wort Gottes, das er ganz in sich aufgenommen hatte und das sein Lebensquell war. Jordan von Sachsen, einer seiner ersten Gefährten und der zweite Ordensmeister bezieht auf ihn das folgende Wort: «Selig, die das Wort Gottes hören und es bewahren.» (Lk 11,28)

Das Bewahren des Gotteswortes besteht nach Jordan darin, es zum einen im Gedächtnis zu bewahren und zum andern, dieses Gehörte zur Auswirkung zu bringen und in die Tat umzusetzen.

Aus der Ergriffenheit vom Evangelium Jesu Christi entstand in Dominikus der Wunsch, diese frohe Botschaft den Menschen zu bringen, damit auch sie darin ihr Heil finden. Dazu gründete er 1206 zunächst das Frauenkloster in Prouilhe und dann 1215 den Predigerorden, der sich in kürzester Zeit über die Welt ausgebreitet hat und auch heute in mehr als 100 Ländern dieser Welt vertreten ist.

«Selig, die das Wort Gottes hören und es bewahren.»

Ein Wort prägt die dominikanische Spiritualität ganz besonders: «Betrachten und das Betrachtete weiterschenken.» Darunter verstehen wir: aus den Quellen des Wortes Gottes zu leben, es in unserem Herzen zu bewegen und es dann, so wie es in uns eingeprägt ist zu den Menschen zu bringen.

Zunächst geschieht dies durch unser Dasein und zusätzlich dort, wo wir konkret in die Verkündigung berufen worden sind (Unterricht, Katechese, ...). Es geht darum, den Menschen die Wahrheit der frohen Botschaft zu verkünden, dass Christus um unseres Heiles willen Mensch geworden ist und uns in seinem Kreuzestod erlöst hat.

Die dominikanische Spiritualität ist zutiefst geprägt von der Barmherzigkeit Gottes, der in seinem Sohn Jesus Christus jedem Menschen die Erlösung geschenkt hat. Dominikus selber hat immer wieder das Geheimnis der Erlösung vor dem Kreuz betrachtet. Sein ganzes Leben und Beten war danach ausgerichtet.

Unser letzter Ordensmeister, Fr. Timothy Radcliffe OP, fasst dies so zusammen: «Für uns Dominikaner/innen ist das Erlernen der Liebe untrennbar verbunden mit dem Ergriffensein vom Mysterium der Erlösung der Menschheit durch Gott. Das ist unsere Schule der Liebe.»

Das Betrachtete weiterschenken.

Unsere Gemeinschaftsberufung: «Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude aus den Quellen des Heils.» (Jes 12,3) umgreift die dominikanische Spiritualität konkret für uns als Dominikanerinnen von Cazis. Wir schöpfen aus dem Reichtum des Wortes Gottes, der Sakramente, der persönlichen Christusbeziehung, um diesen Quell fruchtbar zu machen: hier in unserer Gemeinschaft, für die Menschen, die uns anvertraut sind, für alle Menschen in der Welt.

Das Dominikusgebet, das wir täglich in der Vesper beten, fasst dies zusammen: «Heiliger Vater Dominikus, betend und betrachtend hast du unablässig die Gesinnung Christi in dich aufgenommen, verlangend nach dem Heil der Menschen, hast du Christi frohe Botschaft verkündet. Hilf auch uns, Christus immer mehr zu lieben, Ihm in Treue nachzufolgen, unser Leben einzusetzen, damit Gottes Reich komme und die Welt gerettet werde.»

Die Quellen des Heils
fruchtbar machen.

Bild Peter Mathis